Solaranlagen zur Beheizung bzw. Brauchwassererwärmung

Drucken PDF
Wie funktioniert Solarthermie? Ob zum Heizen oder zur Wassererwärmung: Solarthermie-Anlagen gibt es in verschiedenen Varianten. Hier erfahren Sie, wie die Systeme arbeiten. Eine Solarthermie-Anlage soll mit Hilfe der Sonne Brauchwasser erwärmen und möglicherweise Ihre Heizung unterstützen. Um Sonnenstrahlen effektiv zur Erwärmung zu nutzen, verwendet man Absorber, meist bestehend aus einer schwarzen, dünnen Platte aus Kupfer oder Aluminium. In dieser Platte sind Röhren integriert, in denen eine frostbeständige Solarflüssigkeit eingearbeitet ist, die sich bei Sonneneinstrahlung erwärmt. Diese Absorber werden zum Schutz und aus Gründen der Isolierung in ein Gehäuse eingebaut. Dieses besteht aus einem Isolierboden, einem Rahmen und einer Abdeckung aus Glas. Eine solche Kombination nennt man „Solarkollektor“. Neben dem eben beschriebenen Flach-Kollektor verwendet man häufig auch „Vakuum-Röhren-Kollektoren“, die aus schmalen Absorbern in Vakuum-Röhren bestehen. Diese Art der Kollektoren hat bei großen Temperaturunterschieden, wie sie beispielsweise im Winter vorkommen, einen höheren Wirkungsgrad.

Brauchwassererwärmung

Für die Erwärmung von Brauchwasser wird im Normalfall ein Zweikreissystem verwendet. In einem fließt die Solarflüssigkeit, im anderen Ihr Brauchwasser (Warmwasser). Die während der Sonnenstunden erzeugte Wärme wird von einem integrierten Solarspeicher gesammelt, der Brauchwasser für zwei bis drei Tage fasst. Übersteigt die Temperatur im Solarkollektor die Temperatur im Speicher, veranlasst ein Solarregler, dass die wärmere Flüssigkeit zum Speicher gepumpt wird, in den Wärmetauscher, wo sie das Brauchwasser erwärmt. Falls die Solarwärme nicht ausreicht, setzt eine Nachheizung ein.

Heizungsunterstützung

Ihre Solaranlage hilft Ihnen, auch Brennstoff für die Heizung einzusparen. Hierfür ist allerdings eine größere Kollektorfläche vonnöten. Gerade in den Übergangszeiten, im Frühjahr und Herbst, ist diese Unterstützung sinnvoll, denn die Solarwärme übernimmt schon einen Großteil der Heizleistung. Eine Überdimensionierung der Kollektorflächen, mit dem Ziel, auch kältere Perioden abzudecken, ist allerdings nicht ratsam, denn der Wärmeüberschuss in den Sommermonaten wäre exorbitant hoch.

In der Solartechnik gibt es zwei Amortisationszeiten, die energetische und die finanzielle. Die energetische Amortisation einer Solaranlage gibt die Zeit an, in der die Anlage die Energiemenge erzeugt, die zu ihrer eigenen Herstellung benötigt wurde. Solaranlagen zur Beheizung bzw. Brauchwassererwärmung amortisieren sich energetisch etwa nach 1,5 bis 2,5 Jahren.

Die finanzielle Amortisation, also die Zeit, in der sich eine solarthermische Anlage rechnet, ist von den Techniken für die Warmwassererzeugung abhängig sowie von den Zuschüssen, die man für den Einbau einer Solaranlage erhält.

Ist eine Solaranlage installiert, sollte man die Gebäudeversicherung, sofern nicht schon inkludiert, um eine Hagelschutzpolice erweitern.