Brennwertanlagen

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Relativ jung ist die Brennwerttechnik. Bei ihr entweicht der bei der Verbrennung entstehende und im Abgas enthaltene Wasserdampf nicht ungenutzt in den Schornstein (wobei er zwischen 7 und 10 % nutzbarer Wärme mitnimmt), sondern er wird absichtlich zur Kondensation gebracht. Bisher musste man diesen Vorgang unbedingt vermeiden, um Korrosionsproblemen im Kessel und Versottungserscheinungen im Kamin aus dem Wege zu gehen.
Das Kernstück einer solchen Anlage bildet ein herkömmlicher Heizkessel mit einem Kondensationswärmetauscher. Dieser macht den Unterschied zwischen dem Heizwasser, das ihn umfließt oder durchstömt, und den heißen Abgasen zunutze. Da das Heizwasser kühler als die Abgase ist, findet ein Gegenstromwärmeaustausch statt, der ein Kondensieren des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes zur Folge hat.

Verglichen mit Niedertemperatur- Kesseln ergibt sich bei Brennwert- Technik theoretisch eine um 7 bis 10 % höhere Energieausnutzung. Die Amortisationszeiten liegen allerdings bei 4 bis 15 und mehr Jahren, weil eine solche Anlage doch merklich teurer ist.

Das anfallende Kondensat enthält Spuren verschiedener Stoffe aus der Verbrennungsluft und aus abgasberührten Teilen der Anlage. Diese Stoffe können miteinander reagieren und sind in der Regel sauer. Saures Kondensat ist Gift für die Umwelt und muss daher entsprechend entsorgt werden. Man kann es nicht einfach ins Abwasser leiten, sondern muss eine Neutralisationsanlage anschaffen bzw. nach einem Heizungsfabrikat Ausschau halten, bei dem eine solche eingebaut ist.

Bei Altbauten sind die vorhandenen - meist überdimensionierten - Heizkörper während des größten Teils einer Heizperiode ausreichend, um einen Kondensationsbetrieb zu ermöglichen. Doch müssen die übrigen Aggregate des Heizsystems wie Pumpen, Warmwasserbereiter u.a. dem Brennwertbetrieb angepasst sein.

Natürlich kann dieses Mehr an Technik und Aufwand auch mehr Geld kosten. In jedem Fall muss die Abgasanlage dieser Technik entsprechen. Das verursacht bei rechtzeitiger Entscheidung und Planung im Neubau kaum Mehraufwendung. Brennwertkessel in Altbauten erfordern fast immer eine Anpassung der Schornsteinanlage durch das Einziehen korrosionsbeständiger Abgasrohre mit kleinerem Durchmesser. Auch der etwas höhere Stromverbrauch
gegenüber einer Niedertemperatur-Heizanlagedurch durch die Abluftventilation (wegen der niedrigeren Abgastemperaturen) sollte berücksichtigt werden und wird oftmals nicht mit der neuen Heizung in Zusammenhang gebracht.
Nachteilige Aussagen des Schornsteinfegerhandwerks bezüglich der Lebenserwartung dieser Anlagen wurden von verschiedenen Herstellern gerichtlich untersagt. Ein Schelm, der etwas böses dabei denkt...